Corona, ein Rückblick

Corona, ein Rückblick

Corona ist seit 2019 bekannt und hat sich in 2020 über den gesamten Planeten verteilt. Wir bekamen tägliche Updates zu einigen Zahlen, vor allem zu Neuerkrankten und Todesfällen… Diese lassen sich wohl publizistisch am besten vermarkten, um Laien zu erschrecken, haben allerdings ohne Bezugsgrößen keinen wirklichen Wert.

Wie groß ist jetzt eigentlich die Katastrophe?

Die erste stabile bundesweite Sterbefall-Statistik1 ist zum Jahresende 2020 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht worden. Sie umfasst die Zahlen bis einschließlich November 2020. Wenn wir für Dezember die gleichen Zahlen wie im Vorjahr unterstellen, sind in Deutschland ca. 950.000 Todesfälle zu verzeichnen, so viel wie 2018. Im Vorjahr waren es mit 939.000 11.000 Tote weniger. Die Zahlen schwanken zwischen 910-950 Tausend Todesfällen p.a. Hinzu kommen jährlich ca. 100.000 abgetriebene Kinder, die von der deutschen Perinatalen Sterbefall-Statistik nicht erfasst werden2.

Daneben verblassen die 35.000 Corona-Toten, von denen ein unbekannter Teil an einer anderen Erkrankung litt und nur mit positivem COVID-19-Labortest starb.

Das Nachbeben

Die Folgen der Pandemie kann man nicht allein in „Todesfällen“ oder „Übersterblichkeit“ messen. Die psychischen und vor allem die wirtschaftlichen Folgen erscheinen viel dramatischer. Der Corona-Hype bedeutet für einzelne Wirtschaftszweige einen unerwarteten Erfolg, für andere große Einbußen, für manche Firmen das Ende.

Überraschungen

Nach vielen Mutmaßungen und heftigen Diskussionen um Schuldzuweisung kristallisiert sich heraus, dass der Erreger schon in Italien mutiert hat (im ersten Monat) und dies munter fortsetzt bis zu den aufregenden Analysen vom Dezember in England und Südafrika. Trotzdem bleibt das Etikett „COVID-19“.

Wir haben einen Impfstoff, der wohl regulär geprüft und zugelassen ist, aber die Wirksamkeit davon kann nur geschätzt (geglaubt) werden. Die Langzeit-Effekte lassen sich erst nach langer Zeit erheben. In dieser Zeit macht der Erreger dasselbe, was er immer macht: er mutiert und ist auf Reisen… genau wie die Influenza. Das ist für den Wissenschaftler keine Überraschung, wird aber in der Presse gerne als solche aufbereitet.

Konsequenzen

Wer Corona hatte, ist in der Regel immun und bleibt es auch. Diese natürliche Immunisierung ist zuverlässiger als jede Impfung. Das belegen zahlreiche Studien3. Wer an Impfung glaubt, lässt sich sowieso impfen – wer an gesunde Ernährung und Sport glaubt, wird sein Immunsystem damit stärken, wer auf psychosomatische Mechanismen fixiert ist, versucht alles, um die Angst und die Einsamkeit zu überwinden. Wer an Gott glaubt… muss vielleicht sein Bild vom Schöpfer und seiner Schöpfung korrigieren. COVID-19 kann nicht die Strafe Gottes sein… Was unserer Schuld angemessen wäre, wäre größer und schlimmer. Aber wir sind noch nicht durch!

Es kommt scheinbar alles anders als gedacht. Was rate ich meinen Kindern und Enkeln? Wie antworte ich meinem Patienten, der ganz offen fragt: „Was soll ich denn tun?“

Meine Kinder habe ich begleitet in deren Berufung hinein. Sie können nicht meine Berufung oder die ihrer Mutter nachahmen aber vielleicht sind sie ja genau in die richtige Familie und die richtige Zeit hinein geboren, um jetzt auch die richtige Position zu beziehen. Die Strategien von gestern greifen nicht zuverlässig. Neue Probleme erfordern neue Lösungsansätze und wesentliche Voraussetzung ist Charakterstärke.

  1. Ich habe ein Verlangen, die Wahrheit zu sehen und danach zu handeln. Wenn ich mich nicht fangen lasse von Halbwahrheiten oder offensichtlichen Lügen, lasse ich mich nicht so leicht verunsichern und kann wirklich helfen. Dazu brauche ich eine gute Ausbildung, zuverlässige Quellen und einen wachen Geist.
  2. Korrektur von Haltungsschäden: In der Belastung zeigt sich der Charakter. Ich bin sicher, dass Mut und Durchhaltevermögen (Perseveranz) hilfreiche Haltungen sind, das Ziel zu erreichen. Wer mutlos und planlos wartet, bis die Krise zu Ende ist, wird auch danach keinen guten Start haben.
  3. Humor ist eine Gabe, die man nicht erzwingen kann. Mit Humor kann ich den Gegenüber ganz anders ermutigen und ihm helfen, eine andere Sicht einzunehmen (Reframing).
  4. Es hilft, guten Rat anzunehmen, gute Ratgeber zu nutzen, die auch in ungewöhnlichen Zeiten einen klaren Kopf bewahren. Im März las ich einen guten Artikel in der Welt4 mit 10 Tipps für die Quarantäne. Diese gebe ich gerne an Betroffene weiter.
  5. Jeden Tag frage ich: „Was ist mein Teil?“ und gehe in die Praxis oder durch die Stadt. Jeder Mensch, den man über die Gesichtsmaske anlächelt, gibt das dankbar zurück und oft gibt es auch Momente für einen kurzen Austausch, das Salz in der Suppe, wenn man 14 Tage in Quarantäne verbringen musste.
  6. Wer keinen festen Glauben hat, sollte sich darum bemühen. In dieser Zeit wird alles erschüttert, was erschütterbar ist. Auch der Humanist konzentriere sich auf das „Wahre, Schöne, Gute“. Nur was wahr und fest ist, wird Bestand haben.
  7. Ich nehme mir Zeit für Beziehungen. Die Beziehung zum Mitmenschen und zum Schöpfer ist das, was auf Dauer zählt. Alles andere liegt nicht in unserer Macht.5

Bad Homburg, 3.1.2021

  1. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html
  2. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/_inhalt.html
  3. https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/749681.html
  4. https://www.welt.de/vermischtes/article206884457/Quarantaene-Nonne-gibt-Tipps-gegen-den-Lagerkoller-in-der-Corona-Zeit.html
  5. Dr. Hein Reuter ist niedergelassener Arzt und Seelsorger seit 30 Jahren. Mehr unter www.heinreuter.de